Johann Ephraim Kunath
Johann Ephraim Kunath war ein Neustädter Klempnermeister auf der Hauptstraße 136 (an der Ecke zum Obergraben, nur wenige Häuser oberhalb von Neustädter Rathaus und Neustädter Schule in Richtung Dreikönigskirche). "Besitzerinn" dieses Hauses war die "Jungfrau Johanna Sybille Becker". Den "Laden in diesem Hause" (in Richtung Hauptstraße) hatte damals (1797) der Kaufmann und "Materialwaaren"-Händler Herr Karl Gottfried Haͤntsche gemietet. Die restliche Gewerbefläche (in Richtung Obergraben und im Hof) mußte sich Johann Ephraim Kunath mit dem Baretmacher Mathäus Ostertag teilen.[1]
An Johann Ephraim Kunath erinnerte bis zum 1874 erfolgten Abriß des Eckhauses Die Zeit (Neustädter Markt hin zur Augustusbrücke) eine Inschrift auf der Sense der doppelt lebensgroßen Statue des Saturn mit einem Stundenglas in der Hand (von Balthasar Permoser; 1651 bis 1732). Diese exponiert freischwebende Eck-Figur sollte an den Großen Altendresdner Stadtbrand von 1685 erinnern.
- "An der Augustusbrücke 3 (früher 'die Zeit', jetzt 'Kaiserhof'). Das Haus war ohne künstlerische Bedeutung, doch ausgezeichnet durch eine an der Ecke gegen die Brücke zu schwebend angebrachte Statue des Saturn, eines geflügelten alten Mannes, der in der Rechten die Sanduhr emporhielt, während die Linke die Sense trug. Die Uhr soll die Inschrift 1685 getragen haben, die Sense: Joh. Ephraim Kunath 1788. Die mehrfach restaurirte überlebensgroße Statue galt als ein Werk des Balthasar Permoser und war von lebhafter Bewegung. Das Haus wurde 1874 abgebrochen, die Statue kam in einen Schuppen unter einen Brückenpfeiler. Vgl. Gurlitt, Dresdner Anzeiger 1877, Nr. 206. Inzwischen ist sie verschollen."[2] (1903)
- Hinweis: Die Adresse des Eck-Hauses Die Zeit war niemals An der Augustusbrücke Nr. 3. Diese Bezeichnung wurde erst 1879 eingeführt. Zuvor hießen die Neustädter Häuser in der Nähe der Augustusbrücke An der Elbbrücke oder kurz An der Brücke.
Johann Ephraim Kunath hatte 1788 die Sense der Figur erneuern müssen, die etwa 1690 bis 1695 aufgestellt worden war.
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 399.
- ↑ Cornelius Gurlitt (Autor) unter Mitwirkung des K. Sächsischen Alterthumsvereins; K. Sächsisches Ministerium des Innern (Hrsg.): "Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen." Heft 21/22/23: "Stadt Dresden", In Commission bei C. C. Meinhold & Söhne, Dresden 1903 (Titel), S. 699.