Feuerwehr Helfenberg
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[Bearbeiten] Feuerwehr Helfenberg (Chemische Fabrik Helfenberg)
Die Feuerwehr Helfenberg war ab dem Jahr 1897 erst eine freiwillige Fabrikfeuerwehr in der Chemischen Fabrik Helfenberg im Helfenberger Grund. Nach der Enteignung 1951 wurde sie eine betriebliche freiwillige Feuerwehr des Kombinates VEB Pentacon (ab 1965), im Objekt 10 Helfenberg auf der Helfenberger Grund Nr. 8.
Die Freiwillige Fabrik-Feuerwehr der Chemischen Fabrik Helfenberg gründete 1897 der Fabrikbesitzer Eugen Dieterich, die er selbst führte. Die Freiwilligkeit war allerdings nicht ganz gegeben, denn jeder gesunde männliche Mitarbeiter wurde mit dem Arbeitsvertrag verpflichtet, in die Feuerwehr einzutreten. Er musste sich ausbilden lassen und bei Bedarf Brände löschen. Die Fabrikfeuerwehr besaß eine Pferdezug-Dampfspritze (1). 1899 hat die freiwillige Fabrikfeuerwehr in der Chem. Fabrik Helfenberg einen Bestand von 59 Kameraden. Damit die Feuerwehrleute schnell auf die Dächer gelangen und Einsätze von außen durchführen konnten, wurden alle Gebäude, die von der Hofseite gut erreichbar waren, mit einer fest angebauten Leiter mit Fangbügel und mit einer Trocken-Steigleitung versehen. Zudem konnten die Leitern als zweiter Fluchtweg aus den Gebäuden genutzt werden.
[Bearbeiten] Nennungen durch einige Zeitdokumente:
- Aus der Geschichte des Verbandes der Feuerwehren von Dresden und Umgegend 1876-1938 - Vortrag vor der Fabrikfeuerwehr Dieterich Helfenberg v. Hptm. A.D. Markovsky 1921.
- Protokoll zum 25jährigen Jubelfeier der Pillnitzer Freiwilligen Feuerwehr an 20. September 1903; Teilnahme der Feuerwehr Helfenberg.
[Bearbeiten] Betriebliche Feuerwehr Helfenberg - VEB Pentacon (in der ehemaligen Chemischen Fabrik Helfenberg)
Ab den 1950er-Jahren war die Alarmbereitschaft der betrieblichen Feuerwehr nur innerhalb der Arbeitszeit gegeben. Zu diesen Zeiten erfolgten die Feuerlösch-Angriffe über die Treppenhäuser (Innenangriff). Die Wehr besaß nur einen Tragkraftspritzenanhänger mit einer TS8 -Feuerlöschpumpe und der dazugehörigen Schlauchausstattung. Weil dieser Anhänger von den Kameraden bewegt werden musste, was bergauf sehr mühsam war, wurde für den Alarmfall eine diensthabende Diesel-Ameise (Vorläufer des Multicar) mit Fußlenkung, samt Feuerwehrmann, als Fahrer bereitgestellt. Diese zog den TS8-Anhänger an jede Stelle des Objektes. Wasserentnahmestelle: zu diesem Zweck wurde der Helfenberger Bach angestaut. Die Feuerwehr kam auch bei Unwetter zum Einsatz, wenn das Firmengelände und die anliegende Eugen-Dieterich-Straße überschwemmt oder nicht passierbar waren.
[Bearbeiten] Einsätze (Auswahl)
- 1960 06. 05. 10.50 Uhr; Feueralarm – Waldbrand Helfenberg, Chem. Fabrik durch Betriebsangehörige gelöscht.
- 1962 18. 07. 18.00 Uhr; Hilfeleistung – Hochwassereinsatz, Gustavheim Niederpoyritz; Bachbett aus Helfenberg überschwemmt und mit Geröll verstopft.
- 1977 16.04. Hilfeleistung – Bäume fällen, Helfenberger Grund; mehrere FF und Abt. F, Betrieb VEB Pentacon mit 12 Kameraden / Einsatzzeit 7 Std.
- 1985 13. 07. 17.5o Uhr; Hilfeleistung – Unwetter am Elbhang; Bodemerweg 1 – Baum beseitigen; Gustavheim Niederpoyritz – Straße überflutet. Helfenberger Grund / Oberer Gasthof – Straße aufgerissen.
Zum 80jährige Bestehen (1977) der Feuerwehr Helfenberg erhielt jeder Kamerad einen Jubiläum-Humpen. Für einen langen Zeitraum war der Kam. Kappelt Wehrleiter.
Nach der Beendigung der Produktion der Firma VEB Pentacon 1990 beendigte die betriebliche Feuerwehr Helfenberg Pentacon ihre Arbeit.
[Bearbeiten] Quellen
- Archiv: Kamerad Helmut Heinz / STF Pillnitz; Kamerad Hennig Feuerwehr Dresden, Abt.: Traditionspflege
- (1) Auszüge aus Protokollbuch 1922 – 1944; Gründet 1887 der Fabrikbesitzer Dieterich eine freiwillige Fabrikfeuerwehr in der Chem. Fabrik Helfenberg. Diese besitzt eine Pferdezug-Dampfspritze.